Masturbations-App für Frauen – Viel Spaß beim Spielen!

Eine kleine, niedliche, grinsende Vulva – auf den ersten Blick würde man sie wahrscheinlich gar nicht als solche erkennen, sondern viel mehr für ein Anime-Tierchen oder dergleichen halten. Ihr Name ist Happy und sie ist das Maskottchen von HappyPlayTime, einer Masturbations-App für Frauen. Gibt’s ja gar nicht? Stimmt. Noch ist das Ganze in der Beta-Phase – Online erhält man, wenn man sich registriert hat, aber schon jetzt einen Einblick.

Nach eigener Aussage wollen die Macher der App mit dem Stigma rund um die weibliche Masturbation aufräumen und Frauen zur Selbstliebe animieren. Spielend Lernen. Was bei Kindern funktioniert, soll auch junge Frauen, hm ja, anregen. In kurzen Spielen von 60 Sekunden soll Happy mit kreisenden Bewegungen und dergleichen glücklich gemacht werden. Die erfolgreiche Spielerin erhält dann nach und nach mehr Artikel mit Wissenswertem rund um ihre beste Freundin.

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Eine witzige Idee. Ich bin gespannt, inwiefern sie tatsächlich dazu beitragen kann, Frauen und Mädchen zu helfen die Scheu zu überwinden mit sich selbst zu spielen und sich zu entdecken. Dass aber vor allem junge Mädchen, die ihren Körper gerade erst kennenlernen und wissbegierig sind, was so alles in ihnen vor sich geht und verstehen wollen, was es mit Vagina, Klitoris und Co. zu tun hat, Freude an dieser App haben werden, kann ich mir gut vorstellen. Das niedliche Design in Bonbon-Farben – sweeeet! – lässt den Gedanken gar nicht erst zu, dass es sich dabei um etwas „Verbotenes“ oder Schmuddeliges handeln könnte.

Ich frage mich allerdings, wieso sich die App in erster Linie an weibliches Publikum richtet. Auch Jungs, die mit all dem noch ein bisschen überfordert sind, können so vielleicht die Scheu verlieren. Aber klar – hier geht es ja in erster Linie um Masturbation und den eigenen Körper kennen zu lernen. Da haben Männer und Jungs erstmal nichts zu suchen.

Klar ist auch, dass weniger Frauen als man gemeinhin denken würde, selbst Hand anlegen. In meinem Freundeskreis hatte ich zwei Mädels Anfang 20, die davon nicht so recht überzeugt waren. Vielleicht ist bei Frauen der Drang nicht so häufig da, wie bei Männern. Ein Unterschied, der mir jedenfalls selbst schon oft aufgefallen ist: Je mehr Sex ich habe, desto mehr Sex will ich, desto häufiger denke ich daran. Wenn ich eine Weile keinen hatte, dann ist das irgendwann auch nicht mehr so schlimm. Ich habe dann nicht ansatzweise das Gefühl, dass ich jeden Tag masturbieren müsste. Bislang habe ich aber noch keinen Kerl getroffen, dem das auch nur im Geringsten ähnlich ginge. Andere Mädels dagegen schon.

Aber zurück zu App und zur weiblichen Masturbation. Ein weiterer Faktor, der zu oft unterschätzt wird und der eigentlich jedem jungen Mädchen mit auf den Weg gegeben sollte: Den ersten Orgasmus erleben die meisten Frauen bei der Masturbation. Keiner schaut zu, man kann einfach mal ausprobieren ohne irgendwelche Erwartungen – außer vielleicht die eigenen – erfüllen zu wollen. Entspannen geht so viel einfacher.

In diesem Sinne hilft die App vielleicht ja sogar einigen Frauen, die sich damit bislang schwer taten.

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Soft Tampons gegen blutverschmierte Laken? – Eher nicht.

Auf Sex zu verzichten, weil ich meine Tage habe? Nö, danke. Wieso auch? Das habe ich eigentlich immer so gehandhabt. Wahrscheinlich hatte ich da aber auch Glück mit meinen jeweiligen Partnern. Bislang war das für keinen ein Problem. Mal abgesehen davon, dass ich keine Lust hätte eine Woche oder fünf Tage auf Sex zu verzichten, soll frau sogar davon profitieren. Eigentlich ganz logisch: Während der Periode ist die Vagina stärker durchblutet als sonst. Das wiederum steigert das Empfinden und so angeblich auch die Orgasmusfähigkeit. Ob das so nun stimmt, konnte ich bislang nicht so richtig feststellen. Hinderlich an meiner Lust ist es in jedem Fall aber nicht.

Wieso doch einige Paare darauf verzichten kann ich nur bedingt nachvollziehen. Klar, wenn man sich in dem Moment in seinem Körper nicht wohl fühlen oder sogar vor dem Blut ekeln würde, hat auch Sex keinen Zweck. Guter Sex und sich unbehaglich fühlen passt einfach nicht zusammen. Aus dem Grund käme es für mich auch nicht in Frage während meiner Regel oral befriedigt zu werden. Ich möchte ja selbst auch kein Blut im Mund haben und will mir währenddessen auch keine Vorstellungen über Geschmack, Geruch etc. machen müssen. Einfach nein. Aber beim normalen Sex stört mich das nicht.

Das einzige, was tatsächlich etwas blöd ist, sind blutverschmierte Laken. Die Waschmittel, die es heute so gibt, bekommen zwar allerhand Flecken wieder raus – auch Blut. Aber nun dauern die Regel ja leider nicht nur einen, sondern mehrere Tage an. Tägliches Lakenwechseln könnte man natürlich auch als Bettsport verstehen, törnt mich persönlich aber nicht ganz so an.

Im Internet stieß ich dann auf Soft Tampons. Tampons ohne Schnur, die stört oder raushängt. Super, dachte ich. Keine Flecken. Und habe es ausprobiert. Mit einem Tampon haben die Dinger auf den ersten Blick wenig gemein. Viel mehr haben sie mich an Schminkschwämme erinnert. Ja genau, solche mit denen man als Kind auf irgendwelchen Festen weiß, blau oder grün angemalt wird. Form, Farbe, Material – ein einfacher Schwamm aus Schaumstoff. Natürlich hygienisch verpackt. Den Preis von etwa 15 Euro für acht Stück verstehe ich da nicht so ganz. Aber gut.

Das Einführen ist erst einmal etwas merkwürdig, da etwas ruppiger von der Oberfläche als eben ein normaler Tampon, funktioniert aber ganz gut. Die Oberfläche hingegen stellte sich als problematisch raus. Nach dem Sex fragte ich meinen Freund. Das Urteil: Auch er merkte die raue Struktur – nicht so angenehm. Tja, schade. Das hatte ich mir anders vorgestellt und erhofft.

In dem Fall ist mein Fazit: Lieber einmal mehr das Laken wechseln als die Lust eintauschen.

In diesem Sinne muss guter Sex manchmal vielleicht auch ein bisschen schmutzig sein.