Rache ist – scheiße.

„Rachepornos“ – allein schon traurig, dass es dafür ein eigenes Wort gibt (bzw. geben muss „because it’s a thing!“). Schlimmer noch, dass es so ein unpassendes ist: Das Wort Rache lässt vermuten, dass es eine Schuld bei dem- oder derjenigen gibt, der/die Ziel eben jener Rache ist. Es impliziert, wer Opfer eines Rachepornos ist, ist jemand, an dem sich gerecht wird – vielleicht sogar werden darf?

Genau dieses Schuldgefühl und die Stigmatisierung sind es, was den Betroffenen (im Übrigen zu 90 Prozent Frauen – surprise!) zu schaffen macht: Das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben. Wie auch bei anderen Formen von sexueller Gewalt – und nichts anderes ist es, wenn von einer Person gegen ihren Willen und ohne Zustimmung explizite Bilder ins Internet gestellt werden – fällt es den Opfern oftmals schwer die Tat zu benennen. Allein solche Fotos gemacht zu haben ist ja schon Frevel genug!

Dass intime Fotos, die mit gegenseitigem Einverständnis entstanden sind, nicht nur Zeugnis von Leidenschaft, sondern auch tiefem Vertrauen sein können, ist noch weit davon entfernt, gesellschaftlich anerkannt zu sein. Umso wichtiger, dass Vice Broadly Frauen zu Wort kommen lässt, die selbst Opfer dieser Form des Missbrauchs geworden sind und nun offen darüber reden.

Advertisements

Melodisches Porno-Kaleidoskop

Eine wahre Sehlust für große Kinder: Da verschmelzen rosafarbene Haut, stöhnende Frauenmünder und rekelnde Bein im Takt ineinander. Für das neue Musikvideo der Band Meteor hat der Pariser Martin Sek Ausschnitte aus Pornos zusammengetragen und sie in spielerische Fragmente eines Kaleidoskops verpackt. Der Künstler hatte mit Sicherheit einige Freuden bei der Arbeit – und definitiv ein paar Ständer.

Dabei bleibt im Video vieles nur angedeutet. Nichts wird explizit gezeigt. Nur ein paar Brustwarzen tanzen hier und da mal durch das Bild. Genau mit dieser spielerischen Art lockt Sek das Vorstellungsvermögen und die Freude bei dem Betrachter oder der Betrachterin hervor. Eine schöne Form der erotischen Kunst bei all dem Hau-drauf-Porno, der kaum Platz für Phantasie lässt.

Der Band wird das Video sicherlich zu einigen Klicks verhelfen – aber ob bei dem Video wirklich noch jemand auf die Musik achtet? I doubt it.

Einziges Manko: Ich sehe nur Frauen. C’mon! Wir leben im 21. Jahrhundert – und ja, Männer können auch ganz hübsch anzuschauen sein.

Sehlüste

Ich bin ein großer Fan von Mediatheken und sonstigen Video-Angeboten im Netz. Da brauche ich gar keinen Fernseher mehr. Und: Es gibt mittlerweile auch einige spannende Formate, die sich fernab von „Was Mann/Frau im Bett wirklich will…“ mit dem Thema Sex und Erotik im Allgemeinen beschäftige. Eine kleine Auswahl an Sehenswertem;

Mann/Frau – Die Serie mit den wahrscheinlich kürzesten Folgen im deutschen Fernsehen: 4 Minuten Mann – 4 Minuten Frau. Beide Single. Ganz bewusst überzeichnet, spielt mit Stereotypen und ist dabei erstaunlich komisch – weil irgendwie absurd. Dahinter steckt übrigens Christian Ulmen. Was ich davon letztlich halten soll, weiß ich selbst noch nicht. Aber vier Minuten Video kann man sich ohne große Reue mal so eben nebenbei anschauen.

In deutschen Betten – Interessant, witzig und teilweise verstörend. Ich hatte beim Schauen das Gefühl, dass man recht gut abschätzen kann, ob ein Pärchen guten oder schlechten Sex hat.

Bambule – Sex zieht immer, nur warum? – ZDFneo! Für mehr ZDFneo.

Paula kommt – Eine recht kurzweilige Sendung. Paula nimmt kein Blatt vor den Mund und trifft Leute, die das ebensowenig tun.

Make Love – Noch eine spannende Frau, die ganz offen redet. Aber vor allem auch darüber, was nicht funktioniert und weshalb, auf eine ganz wunderbar ruhige und unaufgeregte Weise. Pyschologin, die Frau. Merkt man.

Laci Greens YouTube-Channel – Ein aufgedrehtes junges Mädel klärt auf. Super süß, super cool und ich hoffe, dass genau hier Jugendlichen eine Menge an Scheu und Berührungsängsten genommen wird. Und sie vor allem ihre Neugier stillen können.

Masters of Sex – Eine Serie aus dem Hause Showtime. Sie beruht auf der Geschichte der beiden Sexualforscher William Masters und Virginia Johnson, die in den 50er mit ihrer Arbeit viel Aufsehen erregt haben. Die Prüderie dieser Zeit finde ich unheimlich interessant.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Schauen.